Barbara-Tag

„Ja, haben Sie denn in diesem Jahr nicht Ihren Barbara-Tag zelebriert?“
Dochdoch.
Neben den öffentlichen Feiertage habe ich meine ganz persönlichen Feiertage. Einer davon ist der 1. Juni. Und dann ist da noch der Barbara-Tag. Das ist der 21. Juni, der „längste Tag“, das heißt der Tag mit der am längsten anhaltenden Tageshelligkeit. Da brauche ich mich nicht zu beeilen, um noch m Hellen nach Hause zu kommen; es ist also auch der Tag mit der meisten Zeit.
Fällt der 21. Juni auf einen Sonntag, wie in diesem Jahr, verschiebt sich der Barbara-Tag auf den 22. Dann ist es immer noch hell genug.
Der Tag heißt nach einem See und nach einer Frau. Barbara-See und Barbara W. Ich berichtete bereits darüber. Das können Sie sich ruhig nochmal durchlesen. Da ging es ja auch um die sichtbaren Denkmäler der Industrialisierung und des damit zusammenhängenden Zweiten Weltkriegs (Flak-Anlage).

Der Barbara-See in einer menschenleeren Landschaft des Ruhrgebiets. An dieser Stelle trifft man kaum mal einen Menschen, nur ab und zu mal einen Jocker (Schogger?). Aber die sind ja auch schnell wieder weg.

Ein Stück Mauer an einem in der Tat gefährlichen steilen Abhang. Der ganze Weg liegt an diesem Abhang. Warum die Mauer nur an diesem Stück.
Das kann nur ein Denkmal des Antifaschistischen Schutzwalls durch Berlin sein. Ist doch klar, oder?

Kann mir jemand sagen, was das für eine Pflanze ist, krautig mit stabilem harten Stengel, wächst zusammen mit wildem Gras. Wirksam. Wie heißen die?

Künstlicher Fels auf dem künstlichen Berg: Hochofenschlacke von Krupp Rheinhausen aus der Kaiserzeit. Daher der Name Schlackeberg.

Noch mehr Mauer! Noch antifaschistischer.

Dahinrostend wird das Geländer zum Gelände.

Landschaft, wie sie mir gefällt.

Nicht weit weg: Der Regatta-See. Lauter rote Punkte über und gelbe Punkte auf dem Wasser. Da steht wohl ein Wettbewerb bevor.

Well if you want it, you can lean on me …

Wenn schon denn schon! Kaufen Sie, lesen Sie dieses Buch!
Wenn Sie noch nicht wissen, was Sie Ihrer Freundin zum Barbara-Tag schenken sollen: Hier: ISBN 978-3-945634-17-2. Dann freut sich der Kalus.

Aus der Geschichte der Soziokultur

Aus: Eschhausheft Juli 1979:
In der übernächsten Ausgabe (September 1979) erschien dann diese Anzeige, von Eschhausheft-Gestalter Peter Dietz heimlich hineinmontiert – auch die Soziokultur hat ihre Nacht und ihren Nebel:
Mittlerer Skandal.
(Wer läßt sich schon gern Worte in den Mund legen, auch wenn es die richtigen sind).

Von den abgebildeten Damen sind zwei nicht mehr am Leben; nach einer wurde später (wird immer noch?) gefahndet wegen Mitgliedschaft in einer „terroristischen Vereinigung“ (Rote Zora); zwei fanden meinen Jux im Grunde ganz lustig. Und eine hatte schon vorher mit mir nicht mehr gesprochen.

P.S.:
Einen Faksimile-Querschnitt durch das Eschhausheft (als METZGER-Sonderausgabe) plane ich schon seit einiger Zeit. Wer meint, einen aktuellen Beitrag beisteuern zu können, melde sich bitte bei mir.

Kommunikation unterbrochen …

Gestern Nachmittag (30. Juni) bis heute Vormittag war der E-mail-Verkehr mit der Buchhandlung Weltbühne (rein und raus) lahmgelegt. Auch das Telefon funktionierte nicht. Internetzugang: blockiert.
Jetzt geht‘s wieder. Ich bin noch da und ansprechbar. Wer mich vergeblich anzumailen versucht hat, möge sich bitte wiederholen.

Demnächst in der Weltbühne: Corona, Krise, Kapital

Verena Kreilinger / Winfried Wolf / Christian Zeller: Corona, Krise, Kapital. Eine solidarische Alternative in den Zeiten der Pandemie
PapyRossa Verlag, ca. 260 S., ca. 17,90
Angekündigt für Juli 2020

Wir stehen vor einer Zeitenwende: Ein Virus breitet sich aus, doch es ist der Kapitalismus, der aus ihm eine globale Krise macht. Die Pandemie verstärkt die wirtschaftliche Rezession zu einer weltweiten Depression. Der Klimawandel verschärft sich weiter. Eine dramatische Verdichtung gesellschaftlicher Krisen erschüttert unser Leben. Verantwortungslos haben die Regierenden anfänglich die Gefahr einer Pandemie ignoriert. Zu spät, ungenügend, einseitig und autoritär haben sie dann reagiert. Die Interessen der Wirtschaft stehen vor dem Schutz der Menschen. Die Konzerne sichern sich immense staatliche Unterstützung. Zugleich nimmt die Bereitschaft vieler Menschen zu, über Alternativen zum kapitalistischen System nachzudenken. Kreilinger / Wolf / Zeller argumentieren für eine solidarische und globale Strategie. Es gilt die Machtfrage zu stellen. Um die Krise gerecht zu bekämpfen, geht es darum, den gesamten Gesundheitssektor nach den gesellschaftlichen Bedürfnissen auszurichten und einen solidarischen und ökologischen Umbau der Wirtschaft zu erreichen.
Verena Kreilinger, Medienwissenschafterin, ist aktiv in der Klimabewegung und bei Aufbruch – für eine ökosozialistische Alternative; Winfried Wolf, Politologe und Mitbegründer von FaktenCheck: Corona. Chefredakteur von Lunapark 21 – Zeitschrift zur Kritik der globalen Ökonomie, Bücher zu Weltwirtschaft, Verkehr und Stuttgart 21; Christian Zeller lehrt Wirtschaftsgeographie und Global Studies an der Universität Salzburg, engagiert sich für eine transnationale ökosozialistische Bewegung von unten.

Um Vorbestellungen wird gebeten.
Bitte ordern Sie dieses Buch in der BUCHHANDLUNG WELTBÜHNE
Wir verkaufen Bücher im Laden und im Versand.

Gneisenaustraße 226
47057 Duisburg
Tel. 0203-375121
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de

Zögern Sie nicht.
Helfen Sie uns mit Aufträgen.
WELTBUEHNE MUSZ BLEIBEN !

..

Verluste

„Wir werden immer weniger“, möchte man immer öfter sagen.
„Jeder ist zu ersetzen“, hört man oft.
Keiner ist zu ersetzen.

Jörg Schröder, der einst aus dem unbekannten, ruinösen Melzer-Verlag eine Marke machte, dann, 1969, den März-Verlag gründete und damit etwas zustande brachte, das als „erweitertes Verlegertum“ bekannt wurde – dem Namen MÄRZ ist kaum etwas hinzuzufügen.
Das taz-blog, das er gemeinsam mit Barbara Kalender führte, war übrigens Vorbild für Amore e Rabbia. Einige Zeit habe ich es studiert und mir zeigen lassen, wie man ein Weblog gestalten und das Medium nutzen kann.
Jörg Schröder ist am 13. Juni 2020 81jährig in Berlin gestorben.

Jürgen Ploog wurde von einigen als der wichtigste deutschsprachige Schriftsteller der Gegenwart angesehen. Dieser Einschätzung würde ich nicht widersprechen. Er gehörte wie Carl Weissner und Jörg Fauser zum Frankfurter Autoren-Kreis einer authentischen Beat- und Cut-up-Literatur. Bis 1993 war er Flugkapitän der Lufthansa; er lebte in Frankfurt und Florida und kann Vertreter transatlantischer Counter-Culture dastehen. Daß er zu den METZGER-Autoren gehörte wird gleich im ersten Satz des Wikipedia-Artikels erwähnt. Mit Gasolin 23 – gestaltet von Walter Hartmann – setzte er Maßstäbe für das Medium Zeitschrift.
Jörg Schröder und Jürgen Ploog hatten miteinander zu tun. Ploogs erstes Buch „Cola Hinterland“ erschien 1969 bei Melzer.
Jürgen Ploog ist am 19. Mai 2020 85jährig in Frankfurt gestorben.

Den Schwörern auf der Spur

Ein Vogelhäuschen, könnte man meinen.
Oder in Wirklichkeit eine Überwachungskamera von Bill Gates. In San Francisco hat die Golden-Gates-Britsch angefangen zu summen.
Aber das ist gar keine heimliche Kamera. Das Vogelhäuschen soll nur davon ablenken, daß die richtige Kamera ganz woanders hängt. Das ist ja das Raffinierte. In Wirklichkeit ist das ein als Überwachungskamera getarntes Vogelhäuschen.

Überall von Schwörungen umzingelt. Aber wir sind ihnen auf der Spur.
Schonungslose Fakten über die Tatsachen, offen gelegt in der nächsten METZGER-Ausgabe!
Nr. 136!
Jetzt schon drauf freuen!

Ich finde das nicht gut, daß …

… morgen kein Feiertag ist. Morgen ist der 17. Juni. Früher war das hier ein Feiertag. Erinnern Sie sich?
Nun gut. Der 17. Juni ist auf den 3. Oktober verschoben worden (so will ich es mal ausdrücken). Aber der 17. Juni ist als freier Tag schöner, weil heller.
Der 17. Juni konnte mit dem Pfingstmontag oder mit Fronleichnam zusammentreffen, oder ganz ordinär auf einen Sonntag fallen. Letzteres kann auch am 3. Oktober passieren.
Bei beiden Terminen handelt es sich um den Nationalfeiertag. Das spricht auch für den frühsommerlichen Junitermin. National-Tage sind dazu da, ganz zweckentfremdet-unpathetisch Freizeit hinzuzugewinnen.
Beide Termine haben denselben Titel angehängt gekriegt: „Tag der deutschen Einheit“. Und das war der 17. Juni ja gerade nicht. Am 17. Juni 1953 wurde vorgeführt, daß sich die Wiederherstellung des Deutschen Reiches mal nicht eben so im Handumdrehen bewerkstelligen ließ. Dank euch, ihr Sowjetsoldaten!
17. Juni: Tag der Niederschlagung eines konterrevolutionären Putschs!

Bewegungstag (23-28)

Wie meinen? Was meinen? Wen meinen?

Ein Gaststättenschild.
Aber keine Gaststätte weit und breit. Aber gut zu wissen, daß es, gäbe es sie, hier Diebels Alt geben würde.
Was dieses Signal „NAS“ bedeutet, hat mir immer noch keiner erklären können.

Üppiges Grün!
Und der asphaltierte Fußweg und die Kabel in der Höhe sagen: Heimat! Beziehungsweise Heimweg.

Hier war der Anfang (am 22. Mai). Jetzt in der umgekehrten Richtung.

„Unter Adolf hättet sowat nich gegeben.“ Bauhaus, Flachdach und Wildwuchs.

..

Unterstützt euer Syntopia!

Unterstützt euer Syntopia!

10. Juni 2020

Liebe Freundinnen und Freunde des Syntopias,

3 Monate sind vergangen seit wir uns am 13. März aufgrund der Covid19-Pandemie zuerst freiwillig entschlossen haben und kurz darauf auch vom Gesetzgeber dazu angehalten wurden, die Tür des Syntopias vorerst zu schließen. Wann wir wieder wie gewohnt öffnen dürfen ist derzeit noch nicht absehbar. Doch bis es soweit ist kommen auch wir leider nicht um das leidige Thema Geld herum. Seit seiner Eröffnung 2014 finanziert sich der Stadtteil- und Projektladen zum einen aus den Beiträgen der Mitglieder im Trägerverein Mustermensch e.V. und zum anderen – zum Großteil – durch Spenden. Doch ohne Veranstaltungen und Eure Besuche fallen diese natürlich weg, während wir die laufenden Kosten glücklicherweise reduzieren aber natürlich nicht auf Null senken konnten. Uns fehlen monatlich etwa 500€.

Wir hoffen, durch Eure Hilfe auch die Zeit der „Corona-Krise“ zu überbrücken und das wir uns möglichst bald alle im Syntopia wieder sehen.

Wie Ihr das Syntopia Unterstützen könnt:

-▶ Einmalige oder regelmäßige Überweisung auf unser Vereinskonto:

Mustermensch e.V.
Commerzbank Duisburg
IBAN: DE74 3504 0038 0582 4727 00
BIC: COBADEFFXXX
Stichwort: Syntopia
(gern stellen wir Euch Spendenquittungen aus)

-▶ durch eine Einzahlung bei unserer Kampagne auf Betterplace

-▶ werdet Mitglied im Trägerverein Mustermensch e.V. Das geht jetzt ganz einfach per Online-Formular. Alternativ könnt ihr auch einen Mitgliedsantrag als PDF ausfüllen, Dauerauftrag einrichten und am besten per Post an Mustermensch e.V. c/ o Syntopia, Gerokstr 1, 47053 Duisburg schicken.

Vielen Dank für Euren Beitrag zum Fortbestand des Syntopias!

Ein Bild aus vergangenen und zukünftigen (!) Tagen.

Kapitalismus tötet

Diese Erklärung wurde mir unterbreitet. Ich gebe sie hiermit weiter.
Bitte:

Kapitalismus tötet
Stellungnahme der DKP zu den Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA
Nach dem Mord an dem schwarzen US-Amerikaner George Floyd in Minneapolis durch vier Polizisten vor laufenden Kameras, breiten sich in zahlreichen Städten der USA wieder Proteste gegen rassistische Polizeigewalt aus.
Gegen die Proteste wird von Seiten der Polizei und inzwischen in vielen US-Bundesstaaten auch von Seiten der Nationalgarde mit großer Brutalität vorgegangen – Schusswaffen, Tränengas, Polizeifahrzeuge, die in friedliche Menschenmengen fahren. Inzwischen gibt es mindestens drei weitere Tote. Es ist dann kaum verwunderlich, dass dies zu noch mehr Wut und Hass auf Seiten vieler Demonstranten führt. Die Situation wird bewusst und auch durch Provokateure eskaliert. Es geht den Protestierenden nicht nur um George Floyd und viele andere Tote durch Polizeigewalt.
Es geht auch um den alltäglichen Rassismus und soziale Ausgrenzung, die jeden Tag töten: Schwarze US-Amerikaner sind nicht nur unverhältnismäßig oft Opfer von Polizeigewalt, sie leben auch weitaus öfter in Armut und ohne jegliche Krankenversicherung, haben oft entweder gar keine oder prekäre Jobs. Sie machen nur 12 Prozent der Bevölkerung der USA aus, aber 33 Prozent der Gefängnisinsassen. Die Sterberate durch die Corona-Pandemie ist bei ihnen um ein Vielfaches höher als bei anderen Bevölkerungsgruppen. So liegt die Sterberate für mit dem Corona-Virus infizierte Schwarze zum Beispiel in Chicago sieben Mal höher als für weiße Einwohner der Stadt. Das ist die Vorzeigedemokratie der Imperialisten, die täglich mit dem Finger auf die sozialen und demokratischen Verhältnisse in den Ländern zeigen, die sich ihnen nicht unterordnen.
Für diese Situation tragen sowohl die Trump-Regierung als auch ihre Vorgänger, gleichgültig ob Republikaner und Demokraten, die Verantwortung. Ernsthafte Versuche diese Verhältnisse zu ändern hat es nie gegeben. Beide Seiten nutzen die Situation für ihren Wahlkampf. Trump kündigt den Einsatz von Militär an, er ruft die Gouverneure zu größerer Härte auf, stellt Antifaschisten und Linksradikale als Verursacher der Gewalt dar. Die Demokraten beschuldigen Trump der Eskalation, die hinter ihnen stehende Kräfte stehen aber genauso für eine Fortsetzung von Rassismus, Armut und Ausbeutung.
Wieder einmal wird deutlich: Kapitalismus tötet auf vielfältige Weise – diese Situation kann nur durch gemeinsames Handeln verändert werden. Die DKP ist solidarisch mit allen, die gegen Rassismus, Armut, soziales Elend und Ausbeutung kämpfen, gleichgültig welcher Herkunft sie sind und welche Hautfarbe sie haben.

Werbeplakat

Begrifflichkeiten der Kunst(-Geschichte): Werbeplakat.
Werbung, ob als Spot oder, wie hier, als Plakat, ist dann besonders gelungen, wenn sie so sehr für sich selbst spricht, daß man gar nicht mitkriegt und es einen auch gar nicht mehr interessiert, wofür überhaupt geworben wird so wie hier.
Dann ist Werbung vollendet. Dann wird sie zur Kunst!

Das klappt besonders gut bei Zuhilfenahme einer Unterführung.

Bewegungstag (16-22)

Weiter im Wander-Report.
Der Wendepunkt ist erreicht. Auf Wegen am Wasser vorbei gehe ich gern. Hier: Regatta-See. Daß hier auch schon mal Europa- und Weltmeisterschaften stattfanden, braucht Sie nicht zu stören.

Dem Genie gelingen Fotos auch bei Gegenlicht.
Nicht nur dem Genie, sondern auch mir.

Hinter der langen Mauer an der Masurenallee zerfallen die Rudimente des legendären Eisenbahn-Ausbesserungswerks.
Aber sieht das nicht so aus, als würde die klassische Industrie den Fuck-you-Finger zum Himmel recken?

Wanderer, kommst du nach Wedau und erblickest dieses steinerne Monument, kannst du stehenbleiben oder gleich weitergehen.

Dach überm Kopf. Oder: Dach auf dem Kopf?
Viele der Bahn-Anlagen hinter der Mauer zerfallen oder wurden gleich abgerissen …

… aber diesen Teil haben sie stehenlassen.

Aber auch hier bricht das Unkraut hervor (Wasser-Rosen).
Das Unkraut ist dem Anarchist ein Trost. Auch das Unkraut des Wasserspiegels.

Wird fortgesetzt.